Kapitel 3: Der Vortrag
Ich hatte mich in die Schule begeben. Heute sollte ich meinen Vortrag halten. Doch darauf konnte ich mich nicht wirklich konzentrieren, da ich immer wieder an das Ereignis von heute morgen denken musste. Demzufolge hatte ich mir den Vortrag nicht noch einmal angesehen, sondern ihn nur eingepackt und bin los zur Schule. Dann näherte sich die Geschichtsstunde. Frau Wakelarch setzte sich auf meinen Platz und ich stand vor der Klasse, die ich seit nunmehr drei Tagen kannte. Ich begann mit Zidane. Er sollte den größten Teil meines Vortrages einnehmen, ca. 70%. Frau Wackelarch hatte einen Teil der ersten Stunde dafür geplant gehabt. Mir aber aufgetragen so viel wie möglich zu diesem Thema zu suchen. Nachdem ich mit der Beschreibung und Biographie von Zidane fertig war, begann ich mit Kuja. Doch kaum das ich mir meinen Stichpunktzettel nahm, bekam ich einen Schock. Das war nicht mein Stichpunktzettel, den ich vorbeireitet hatte. Das war ein anderer. Er war viel ausführlicher als meiner gewesen. Es standen viel mehr Fakten, viel mehr Daten usw. darauf. Ich blickte in meine Unterlagen und mir viel auf, das ich Material in meinem Vortragshefter hatte, welches ich noch nie gesehen hatte. So eine genaue Biographie zu ihm, die weitaus ausführlicher war als die, die ich von Zidane verbereitet hatte. Zudem waren dort sogar Fotos beigelegt, auf denen Kuja in Treno im Auktionshaus zu sehen war, das ihm laut meinen Informationen einmal gehört hatte, bevor Zidane es übernommen hatte. Ich war so sehr in Gedanken darüber versunken, von wo das alles kam, das ich den Unterricht und den Vortrag fast vergessen hatte. Wenn mich Frau Wackelarch daran erinnert hätte, das ich vor der Klasse stand. Sie riss mich förmlich in die Realität zurück. Ich fuhr mit meinem neuen Vortrag fort. Die Hinweise auf meinem Stichpunktzettel waren so aufgebaut, das ein Vollidiot diesen Vortrag hätte halten können. Ich versuchte ihn so schnell wie möglich zu Ende zu bringen, doch am Ende des Vortrages war etwas seltsames. Im Gegensatz zu den anderen Daten des Vortrages, die allesamt stimmten, konnte ich mir das Ende nicht erklären. Auf meinem Stichpunktzettel stand, das Kuja verschwunden sei. Gelernt hatten wir aber immer, das er gestorben war. Ich sagte jedoch nicht, das er verschwunden, sondern das er gestorben sei. Und das ich mich auf der Folie nur vertan hätte. Ich nutzte sogar die Fotos, die mit in den Unterlagen lagen. Nachdem ich mit dem Vortrag fertig war, war die erste und die Hälfte der zweiten Schulstunde um. Dabei hatte Kuja einen Großteil des Vortrages eingenommen. Frau Wackelarch war erstaunt über meine scheinbare Arbeit. Sie hatte sogar ein Kompliment für mich übrig, was ich bei dieser Frau als letztes erwartet hätte. "So möchte ich Vorträge sehen, wenn ich sage so viel wie möglich!" Sie stand auf, während ich die Materialien meines Vortrages schnell zusammenpackte. "Das ist ne glatte 1+ Miss Glory! Sie können sich jetzt setzten." meinte sie und ging nach vorn. Ich setzte mich hin. Der Rest des Schultages ging dann ohne großen Ereignisse vorbei.
Als ich nach Hause kam, war Segeta gerade in der Küche und las Zeitung. "Na Kuea... So gute Laune?" fragte er mich. Er schien irritiert, das ich denÜberfall so ohneÜberbleibsel überstanden hatte. In diesem Moment kam mir ein Gedanke. "Sag mal Segeta, woher weißt du das eigentlich mit dem Einbruch?" Segeta erschrak. "Ich... äh... ich hab davon gehört! Ich bin schon früher zurück gekommen! Und die Polizei hat mir sofort Auskunft gegeben, das bei uns angeblich eingebrochen wurde!" meinte er schnell. "Polizei?" fragte ich zurück. "Äh... ja. Aber wie war dein Vortrag. Ist alles glatt gelaufen?" fragte Segeta schnell. Er wollte wahrscheinlich das Thema wechseln. "Ach ja! Ich wollte mich noch bei dir bedanken." Segeta schien überrascht. "So? Wofür denn?" "Na dafür, das du meinen Vortrag überarbeitet hast. "Aber das..." wollte er sagen, doch da hatte ich ihn schon in den Arm genommen. Dann ging ich in mein Zimmer und ließ einen verdutzten Segeta zurück. Eine Stunde später kam er dann in mein Zimmer, als ich gerade Hausaufgaben machte. Er hatte scheinbar die Post hochgeholt. "Hier ist übrigens ein Brief für dich." meinte Segeta. Er gab ihn mir. Auf dem Cover des Briefes stand in einer schönen verschnörkelten alten Schrift "KUEA". Ich sah mir den Brief an, während Segeta wieder in die Küche ging. Der Brief hatte keinen Absender. Als Adressat stand nur "KUEA" auf dem Brief. Scheinbar hatte ihn jemand in den Briefkasten geworfen. Ich machte jedoch erst Hausaufgaben, bevor ich mir den Brief vornehmen wollte.