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Fanfic

Hexenjäger

Die lange Geschichte aus dem früheren FFM-Radio-Forum, vollständig und kapitelweise aufbereitet.

Autor
Segeta
Kapitelanzahl
53
Startdatum
29.04.2007
Endedatum
20.12.2008

Kapitel 15: Grabbesuch

Segeta und Vance saßen auf dem Rücksitz des großräumigen Autos. Hexx fuhr die Küste nach Süden hin, in entgegengesetzter Richtung zu Dollet, entlang. Das Gemälde hatte er auf den Beifahrersitz gelegt. "Was ist denn das für ein Bild?" fragte Segeta und wollte es gerade nehmen, um es sich anzusehen, als Hexx Segeta am Handgelenk packte. "Liegen lassen!" sagte er und drückte dabei mit seiner rechten Hand etwas zu fest zu. "Ok, ok... Aber lass bitte los, du tust mir weh!" bat Segeta, während er versuchte sich wieder richtig hinzusetzen. Hexx ließ Segetas Handgelenk los, woraufhin Segeta nach hinten in den Sitz fiel. "Was ist denn mit dem los?" fragte Segeta Vance flüsternd, während er sich das Handgelenk rieb. "Ich glaube er verbindet irgendeine Erinnerung mit diesem Bild." flüsterte Vance zurück. Segeta nickte. Nach einer Weile sah er aus dem Fenster. Die Sonne ging gerade auf ihren Zenit zu, als Hexx den Wagen mit einem Mal zum stehen brachte. "Was ist denn los Hexx? Ist das Benzin alle?" fragte Vance verwundert. Hexx sah die Beiden nicht an, sondern sah weiterhin nach vorn auf die Straße. "Steigt aus!" sagte Hexx. Segeta und Vance sahen ihn irritiert an. "Warum sollen wir aussteigen?" fragte Segeta. "Ich muss etwas erledigen... etwas sehr privates. Ihr könnt solange angeln gehen. Im Kofferraum ist die nötige Ausrüstung dafür. Seht es als freien Nachmittag." sagte Hexx. Segeta und Vance zuckten mit den Schultern. Dann stiegen sie aus und nahmen sich die Angelausrüstung aus dem Kofferraum. "Ich hole euch heute Abend wieder ab." sagte Hexx noch, bevor er den Motor startete und allein mit dem Gemälde weiterfuhr.

Segeta und Vance gingen auf die Küste zu. Dort fanden sie einen kleinen Felsvorsprung, von dem aus man gut angeln konnte. "Woher wusste Hexx eigentlich, dass sich eine Angelausrüstung für zwei Personen im Auto befand?" fragte Segeta, während sie die Ausrüstung hinstellten und sich auf zwei Klappstühle, welche ebenfalls zur Ausrüstung gehörten, setzten. "Er hat vielleicht in den Kofferraum geschaut und sie dort liegen sehen. Und weil das Auto zwei Hexen gehörte, hat er womöglich daran gedacht, dass das Angelzeug für zwei Personen ist und uns einen Tag frei gegeben." vermutete Vance und fummelte einen Köder, welcher aus einem kleinen Plastefisch mit Hacken bestand, an die Angelsehne. "Aber, dass er uns einen Tag frei gibt, hätte ich von ihm nicht gedacht." sagte Segeta, als er die Angel auswarf. Vance tat dies ebenfalls. "Er wird schon seine Gründe haben. Außerdem holt er uns ja heute Abend wieder ab." ...

Während die Beiden ihren freien Nachmittag genossen, erreichte Hexx nach einer weiteren Stunde Fahrt sein Ziel. Er bremste und hielt den Wagen vor einem Haus an der Küste an. Dann stieg er aus und nahm das Gemälde mit sich. Er ging auf das Haus zu, welches von außen keinerlei Spuren von Vernachlässigung aufwies. Hexx ging zur Tür, griff in seine Hosentasche und schloss die Tür auf. Dann betrat er das Haus. Im Innern war das Haus penibel aufgeräumt. Lediglich eine Staubschicht zeigte, dass hier seit mindestens einem Jahr niemand mehr war. Hexx ging wortlos durch das Wohnzimmer, eine Treppe nach oben in ein Atelier. Dort hängte er das Gemälde über einen Kamin. Er ging einige Schritte zurück und betrachtete das Bild. Es herrschte völlige Stille. Nach einer Weile seufzte er traurig, ging wieder nach unten und aus dem Haus, welches er wieder abschloss. Dann ging er um das Haus herum, auf eine Wiese, in deren Mitte ein großer Baum stand. Hexx ging auf den Baum zu, in dessen Schatten sich ein Grabstein befand. Auf dem Grabstein war der Name "Athanasia" zu lesen. "Verzeih, dass ich dich lange nicht besuchen war, aber ich hatte viel um die Ohren. Ich habe gerade zwei Schüler, welche momentan nicht gerade hilfreich sind, weißt du." erzählte Hexx mit trauriger Stimme. "Aber dafür habe ich nun endlich auch Hinweise, die mir sagen, wo "er" sich befindet Athanasia. Und dann werde ich dich rächen!" sagte Hexx weiterhin. Er ballte die linke Hand zur Faust. "Ich werde diesen Faust nicht ungestraft weiterleben lassen! Meine beiden Schüler habe ich dafür in den Urlaub geschickt. Sie behindern mich sonst nur und das kann ich nicht gebrauchen... Ich weiß Athanasia das klingt vielleicht etwas hart den Beiden gegenüber, aber du hast nicht das erlebt, was ich mit den Beiden erlebt habe. Und glaub mir, es ist für die Beiden besser so." sagte Hexx weiterhin. "So emotionsvoll habe ich dich noch nie gesehen." hörte Hexx dann eine Stimme hinter sich sagen. Er drehte sich abrupt um, doch es war niemand zu sehen. Dann sah er wieder zum Grabstein. Mit einem Mal stand eine Frau daneben und legte eine weiße Blume auf den Grabstein. "Eremesia!" sagte Hexx und spannte seine Muskeln an. "Du wagst es noch hierher zu kommen!" sagte Hexx wütend. "Du bist nicht der Einzige, der um sie trauert Hexx! Sie war schließlich meine beste Freundin und solch etwas wie meine Schwester!" sagte Eremesia und sah zu Hexx. "Solche Worte aus dem Mund derjenigen, die sie als Kanonenfutter für Faust genommen hat!" sagte Hexx sauer. "Das habe ich nicht! Und das weißt du auch! Zudem hast du Lilia fast getötet!" sagte Eremesia ebenfalls sauer. Hexx sah sie starr an. "Die Kleine hat es also überlebt... Und ich dachte ich hätte fest genug zugeschlagen. Da hat sie wohl nochmal Glück gehabt." meinte er mit einem gewissen Unterton. Eremesia ging auf ihn zu. "Auch wenn du uns ältere Hexen hasst Hexx, Camillia und Lilia haben dir nichts getan und zu dem Zeitpunkt, wo der Vorfall mit Athanasia stattfand, waren sie noch Kinder." sagte Eremesia. Hexx ließen diese Argumente jedoch völlig kalt. "Wer mich angreift, trägt die Konsequenzen!" Eremesia sah ihn weiterhin böse an. "Konsequenzen! Du hast ihr zwei Rippen und das Schlüsselbein gebrochen. Zudem steht Camillia unter Schock!" sagte Eremesia und stellte sich so, dass sie Hexx genau zwei Armlängen entfernt gegenüberstand. "Daran sind sie selbst Schuld! Immerhin haben die Beiden mich bedroht... und dafür sind sie noch viel zu gut weggekommen!... Und mit dir habe ich auch noch eine Rechnung offen!" sagte Hexx und hob die Fäuste. Eremesia hob ihr Hand ebenfalls. "Willst du wirklich hier kämpfen?" fragte sie. Hexx nahm die Faust wieder runter. "Stimmt. Ich werde diesen heiligen Ort nicht mit deinem Blut entweihen. Aber sobald du von hier weg gehst, bist du für mich ein Todfeind!" sagte Hexx. Sie sahen sich an. "Ich habe eigentlich gehofft, dich noch einmal umstimmen zu können Hexx. Aber wie ich sehe bringt es nichts." Sie drehte sich um. "Wenn du Faust verfolgen und töten willst, dann würde ich dir empfehlen nach Timber zu gehen. Bald tagt dort eine Hexenversammlung wegen ihm." sagte Eremesia. "Auf deine Ratschläge kann ich getrost verzichten!" Eremesia hörte dies nicht mehr und ging davon, wobei sie langsam in der Ferne verschwand...